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Altbaumschnitt

Gerade beim Altbaum sind zunächst die Baumbeurteilung und das Ziel des Schnittes wichtig. Daraus leitet sich die Art des Schnittes ab. Bei vitalen Bäumen mit Strukturpotential im Kronenbau steht sicherlich das Ziel, noch lange gesundes und leckeres Obst zu ernten, im Vordergrund. Bei sehr alten, morschen und eventuell schon abgängigen Bäumen dagegen mehr der Naturschutz- und Artenvielfaltaspekt.

 

Es gibt verschiedene Arten von Altbäumen:

  1. Starktriebige Bäume mit vielen sehr langen und ausladenden Ästen.
  2. Stark überbaute Bäume, die im oberen Kronenbereich einen undurchdringlichen Schirm ausgebildet haben.
  3. Vergreiste Bäume, die kaum noch Jahrestrieb machen.
  4. Sehr alte, morsche und kaum noch vitale Bäume.

Im ersten Fall muss eine Struktur von Führungsästen im Baum definiert und herausgearbeitet werden. Es müssen viele Äste entfernt und viele Äste eingekürzt werden. Eine eventuelle Überbauung muss ausgelichtet werden.

Im zweiten Fall müssen vor allem Lichtgassen im Schirm hergestellt werden um den unteren Kronenbereich wieder zu belichten.

Im dritten Fall soll durch den Schnitt der Neutrieb angeregt und der Baum revitalisiert werden.

Im vierten Fall ist vor allem auf die Statik zu achten. Morsche und / oder überlange Äste sind möglichst schonend einzukürzen. Dabei soll dem Baum so wenig Blattmasse wie möglich entnommen werden, um ihn nicht zu sehr zu schwächen. Altbäume mit Höhlungen, Totholz und  Morschungen sind Lebensraum für sehr viele Tiere und sollten unbedingt möglichst lange erhalten bleiben.


Auch der Altbaumschnitt erfordert viel Fachkenntnis und Erfahrung. Außerdem sind alte Obstbäume oft hoch und in Teilen bruchgefährdet,
deshalb ist die richtige Zugangstechnik und der Arbeitsschutz lebenswichtig!